Vom Chaos am Werkstor zur digitalen LKW Zulaufsteuerung

Wie die Glüpker Blechtechnologie GmbH ihr Yard Management mit CargoCall neu organisiert hat

Bis zu 100 LKW pro Tag. Abfertigung zwischen 5:30 und 18:00 Uhr. Was nach logistischer Routine klingt, war bei der Glüpker lange Zeit vor allem eines: Improvisation.

Heute steuert das schlanke Yard Management System CargoCall den gesamten Zulauf – inklusive LKW-Anmeldung per Smartphone, Kennzeichenerkennung, Schrankensteuerung und lückenloser Dokumentation. Der Unterschied ist deutlich spürbar.

80-100 LKW am Tag – aber kein geregelter Ablauf

Am Standort Neuenhaus steuert die Glüpker Blechtechnologie GmbH täglich ein erhebliches Aufkommen an Warenbewegungen. Bis zu 100 anliefernde und abholende Fahrzeuge rollen über das Werksgelände – sie liefern Rohmaterialien, holen fertige Produkte ab und halten so die Lieferketten in Bewegung.

Ein geordneter Be- und Entladeprozess gehört zum Kerngeschäft. Doch lange fehlte eine strukturierte LKW-Koordination, die den Zulauf am Werkstor planbar und transparent steuert.

„Alle LKWs sind einfach aufs Gelände gefahren“, erinnert sich Marcel Schrader, der das Projekt Yard Management auf Kundenseite begleitet hat. „Wir hatten keine Koordination, keine Reihenfolge, kein System.“

Die Folgen waren typisch für gewachsene Strukturen: permanentes Rangieren, gelegentliche Beschädigungen an Fahrzeugen und Ware, blockierte Einfahrten. Fahrer kamen gesammelt ins Büro und wollten verständlicherweise sofort abgefertigt werden. Wenn Fahrzeuge mit festen Ladezeiten nicht entsprechend der vorgesehenen Reihenfolge abgefertigt werden konnten, musste der komplette Hof umorganisiert werden.

„An stressigen Tagen war das einfach Chaos“, sagt Schrader. „Und irgendwann waren alle genervt – Mitarbeiter, Fahrer, Kundschaft.“

Spätestens da war klar: Das Hofmanagement braucht eine verlässliche Struktur.

v. l. n. r.: Sascha van Wieren (Geschäftsführer, Lean Department GmbH), Marcel Schrader (Logistikleiter, Glüpker Blechtechnologie GmbH)

Warum klassische Lösungen nicht überzeugten – und CargoCall es tat

Der Impuls zur Veränderung kam aus dem Unternehmen selbst. Man spürte den Bedarf und stellte sich eine zentrale Frage: Wie organisieren wir unseren Wareneingang und -ausgang so, dass der Verkehr auf dem Werksgelände planbar wird – mit einer Lösung, die sich unkompliziert implementieren lässt, im Alltag verständlich bleibt und von allen Beteiligten akzeptiert wird?

Die Recherche führte zunächst zu klassischen Lösungen wie Pager-Systemen oder Selbstbedienungs-Terminals. Doch vieles wirkte entweder technisch überholt, war zu teuer oder im Alltag wenig praktikabel.

Das Konzept von CargoCall überzeugte dagegen schnell: ein browserbasiertes, benutzerfreundliches Yard Management System, über das sich LKW-Fahrer bei Ankunft bequem direkt aus der Fahrzeugkabine anmelden können – ohne App, ohne Installation. Eine digitale LKW Zulaufsteuerung, die Prozesse strukturiert, statt neue Hürden aufzubauen. Und ein Modell ohne lange Vertragsbindung oder hohe Einstiegskosten.

Hinzu kam ein weiterer Vorteil: Glüpker stieg in einer frühen Entwicklungsphase des Unternehmens ein. Funktionen wurden gemeinsam weiterentwickelt, Anforderungen aus der Praxis flossen direkt ins System ein.
„Schmal, automatisiert, wenig Risiko – wir konnten einfach starten. Und wir konnten mitgestalten“, fasst Schrader zusammen.

Einführung: nicht die Technik war die Herausforderung

Die Einführung von CargoCall verlief bewusst schrittweise. Zunächst ohne Schranke oder zusätzliche Hardware, später ergänzt durch eine intelligente Schrankensteuerung, ein Kamerasystem zur Kennzeichenerkennung sowie klar definierte Wartezonen. Parallel entstanden Parkflächen, ein Warteraum mit Sanitärbereich und eine eindeutige Beschilderung.

Überraschend aufwendig war nicht die Einführung der Technik – sondern das Drumherum.

„Wir haben gemerkt, dass nicht das System die Herausforderung ist, sondern unsere eigene Organisation“, erinnert sich Schrader. Wo warten Fahrer? Wie erfolgt die Anmeldung? Welche Informationen gehen an die Lieferanten? Und was passiert, wenn ein Fahrer kein Smartphone oder keine Internetverbindung besitzt?

Die Lösung war pragmatisch: ein großes rotes Check-In-Schild mit Hinweis zur Anmeldung, ein dedizierter LKW-Parkplatz und ein Terminal mit SMS-Benachrichtigung. So werden auch Fahrer ohne Smartphone oder mobile Daten problemlos eingebunden.

Die Zusammenarbeit mit CargoCall lief von Anfang an unkompliziert, sagt Schrader: „Sorgen, Nöte, Anfragen – es wird immer schnell reagiert. CargoCall ist immer offen für Anforderungen aus der Praxis.“

Digitaler Pförtner im Alltag: Anmelden, freigeben, einfahren

Heute ist der Ablauf klar strukturiert: Ein LKW meldet sich bei Ankunft über das eigene Smartphone in seiner Sprache an. Das Logistikbüro wird in Echtzeit informiert und sieht im Dashboard, welche Fahrzeuge auf dem Parkplatz stehen und welchen Aufträgen dahinterstehen. Fahrzeuge werden digital disponiert, Wareneingang und -ausgang lassen sich gezielt steuern.

Wenn alles passt, erfolgt die Freigabe und die Schranke öffnet sich per Kennzeichenerkennung. Ein- und Ausfahrten werden automatisch dokumentiert. Das System fungiert als digitaler Pförtner – ohne zusätzlichen Personalaufwand.

„Besonders wertvoll sind die Auswertungen,“ so Schrader. Zeitstempel dokumentieren minutengenau, wann ein Fahrzeug angekommen, freigegeben und abgefertigt wurde. Behauptet ein Kunde, sein Fahrer habe ewig gewartet, lässt sich das jetzt belegen – oder widerlegen. Die tatsächliche Abwicklungszeit ist transparenter geworden. Und genau diese Transparenz sorgt für Ruhe im Prozess.

Paketzusteller haben Sonderfreigaben. Mitarbeitende und Geschäftsführung können dank regelbasierter Kennzeichenerkennung jederzeit einfahren. Das System ist flexibel und wächst mit den Anforderungen – viele Funktionen stehen bereit, die Glüpker perspektivisch noch stärker nutzen wird.

Mehr Komfort für Fahrer – mehr Ruhe für das Team

Und auch die Akzeptanz bei den LKW-Fahrern ist hoch.

Viele schätzen die praktische Seite: Bei Regen oder Schnee muss niemand mehr aussteigen und ins Büro laufen. Die Freigabe erfolgt direkt aufs Smartphone. Keine App, kein Download – einfach anmelden, über Freigabe und Zufahrtsweg informiert werden, einfahren. Wer kein Smartphone oder kein Datenvolumen hat, nutzt das Terminal vor Ort und wird per SMS benachrichtigt. Niemand wird ausgeschlossen.

Intern ist die Veränderung noch deutlicher spürbar: weniger hektisches Herumlaufen, weniger Rangierstress, weniger Beschädigungen. „Es ist einfach ruhiger geworden“, sagt Schrader. „Und es scheppert nicht mehr so oft.“

Strukturierter Hof, planbare Prozesse – mit Blick auf die nächste Stufe

Gemessene Ergebnisse und klassische KPIs wurden bei Glüpker zwar nicht erhoben. Trotzdem ist das Ergebnis eindeutig spür- und sichtbar. Der Verkehrsfluss ist strukturiert, die LKW-Koordination läuft planbar, das Gelände ist sicherer. Prozesse greifen ineinander.

Und die Entwicklung geht weiter: Ziel ist eine durchschnittliche Abfertigung der Fahrzeuge innerhalb von 60 Minuten. Perspektivisch sollen Zeitfensterbuchungen eingesetzt werden, sodass Lieferanten feste Slots vorab reservieren können. Damit wird die Zulaufsteuerung noch präziser.

„Wir sind da gemeinsam mit CargoCall in der Weiterentwicklung“, sagt Schrader. „Damit wird es bei uns kontinuierlich effizienter.“

Fazit: Yard Management ohne Einstiegshürde

„Im Rückblick war die anfängliche Skepsis unbegründet“, so Schrader. „Für den Start brauchte es kein großes Invest. Die Software erfordert keine komplizierte Vertragsbindung oder aufwändiges IT-Projekt. Man kann einfach anfangen und selbst erkennen, dass es funktioniert.“

Auch die naheliegende Sorge, dass Fahrer Slots belegen, ohne bereits vor Ort zu sein, ist technisch gelöst: Die Zeit zwischen Freigabe und Einfahrt lässt sich begrenzen. Das System denkt mit.

Bei Glüpker lief die Einführung neben dem Tagesgeschäft – ohne dass es sich wie ein Projekt angefühlt hätte. Was geblieben ist: eine strukturierte Abfertigung, ruhigere Abläufe und ein System, das mit dem Unternehmen gewachsen ist.

„Ich bin Fan von CargoCall“, sagt Marcel Schrader (auf dem Bild rechts). „Es ist für uns genau das Richtige.“